US-Politik und Defizite sorgen für Unsicherheit
Unser Ausblick kann sich natürlich aufgrund verschiedener Unsicherheitsfaktoren ändern. Wir beobachten die Politik der neuen US-Regierung genau, die die Fed bereits dazu veranlasst hat, ihren Ausblick leicht anzupassen. Höhere Importzölle und strengere Einwanderungsmaßnahmen könnten die kurzfristige Inflation in den USA erhöhen und das globale Wachstum bremsen. Es ist schwierig, die endgültigen Auswirkungen abzuschätzen, solange Umfang, Ausmaß und Umsetzungstempo nicht bekannt sind. Wir müssen auch sehen, wie Unternehmen reagieren werden und ob sie ihre Lieferketten anpassen oder Preiserhöhungen weitergeben oder auffangen. Dennoch glauben wir, dass der politische Spielraum begrenzt sein wird, da Politiker möglicherweise nicht bereit sind, die bereits hohen Inflations- und Zinsraten noch weiter zu erhöhen.
Die zunehmenden Bedenken hinsichtlich der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen dürften die Fiskalpolitik in den USA und anderen entwickelten Märkten, darunter Großbritannien, Frankreich und Deutschland, einschränken. Daher rechnen wir nicht mit nennenswerten Auswirkungen der Staatsausgaben auf Wachstum oder Inflation.
Mehr Chancen für Multi-Asset-Strategien
Wir gehen davon aus, dass der wirtschaftliche Fortschritt in mehreren Märkten im Jahr 2025 breitere Chancen für Anleger mit mehreren Vermögenswerten bieten wird. Wirtschaftswachstum unterstützt das Gewinnwachstum, was sich tendenziell positiv auf risikoreiche Vermögenswerte wie Aktien auswirkt.
Bei Schwellenländeraktien bevorzugen wir ein Engagement in den USA, der Eurozone und Japan. Im Gegensatz dazu stehen die Schwellenländer aufgrund des langfristigen Gegenwinds für Chinas Wachstum weiterhin vor Herausforderungen. Die politische Unterstützung für eine Neuausrichtung der Wirtschaft war bisher enttäuschend, und die Aussicht auf zunehmende Handelshemmnisse könnte die Probleme noch verschärfen.
Staatsanleihen bieten langfristigen Wert
Da die Realrenditen nahe historischen Höchstständen liegen, sehen wir trotz der kurzfristigen Unsicherheit einen langfristigen Wert in Anleihen. Mit hohen Anfangsrenditen bieten sie auch ein überzeugendes Ertragspotenzial. Wir bevorzugen derzeit Staatsanleihen in Großbritannien und Deutschland, wo die Renditen im Vergleich zu anderen Ländern wahrscheinlich stärker fallen werden.
Die Spreads von Unternehmensanleihen sind aufgrund solider Fundamentaldaten und einer robusten Wirtschaft derzeit historisch niedrig. In diesem Umfeld halten wir es für sinnvoll, den Fokus etwas auf Aktien zu verlagern, da das Risiko-Ertrags-Profil von Aktien aktuell vorteilhafter ist.